Am 30.09.23 trafen wir uns in Beverstedt und fuhren in die Teufelsmoorregion nach Worpswede zur tradionellen Hammehütte Neu Helgoland, um unsere diesjährige Kanutour zu starten.
Die Hammehütten dienten im 18. Jahrhundert den Torfschiffern zum Übernachten in einfachen Strohlagern. Außerdem wickelten sie dort ihre Geschäfte ab und wurden gut bewirtet .Die Fahrt nach Bremen auf den sogenannten Halbhunt Schiffen dauerte zu dieser Zeit drei bis vier Tage. Der Name Neu Helgoland entsprach dem Zeitgeist der Kolonialzeit, denn die Melchers Hütte als eine der sieben ehemaligen Hammehütten firmierte sich seinerzeit als Neu-Kamerun.
Der Kanuanleger war direkt am kleinen Hafen. Nach kurzer Einweisung konnten wir mit fünf Personen unsere zwei Kanus besteigen und schon ging es auf die Hamme. Wir entschieden uns zuerst Richtung Vollersode zu starten. Gemächlich ging es voran, das Wetter war zum paddeln hervorragend. Eine leichte Brise wehte, die Sonne lugte durch die Wolken. Das Wasser hatte durch das Moor eine bräunliche Färbung . Die Hamme wurde im 19. Jahrhundert teilweise leider begradigt und zahlreiche Mäander wurden dabei durchstochen. Die Schönheit des Flusses wurde ihm damit leider etwas genommen.
Wir sahen wenig Bewuchs im Wasser und leider auch nur wenige Vögel. Vielleicht lag es an der Jahreszeit oder weil auf diesem Stück der Hamme viele Wassersportler und Torfkähne unterwegs waren. Bei der ersten Brücke machten wir eine Rast und vertraten uns etwas die Beine. Da etwas mehr Wind aufkam entschieden wir uns wieder umzukehren, um dann nochmal den Aussichtsturm bei Neu Helgoland zu besteigen. Er gehört zum GR Projekt Hammeniederung https://www.teufelsmoor.eu/region/hamme/gr-projekt-hammeniederung/ Von hier aus hatte man einen guten Blick zum Weyerberg und flussabwärts zur Beekmündung. Zurück ging es zum Kanuanleger bei dem wir uns im Bistro stärkten mit einem leckeren Essen und Getränken.
Auch hier hatte man einen wunderbaren Blick auf die Hamme und den vorbeiziehenden Schiffen. Sogar einige Schwimmer wagten sich noch ins Wasser. Der Strand lädt auch ein für Familien mit Kind zum buddeln im Sand und im Wasser zu plantschen. Direkt am Hammehafen gibt es auch einen Campingplatz. Bei guten Gesprächen ließen wir den schönen Tag gemütlich ausklingen und freuen uns aufs nächste Jahr.
Fotos und Text: Katja Seedorf, Marianne Warnkroß
„Das grüne Gewissen von Beverstedt“: NABU-Gründerin Renate Gründling wurde von der Ersten Gemeinderätin Claudia Lühmann und Bürgermeister Guido Dieckmann ausgezeichnet.
Die Burganlage lag ursprünglich auf einer von der Lune umflossenen Geestzunge. Die Burg besitzt einen viereckigen Grundriss von 70 × 70 m. Der Hauptwall wies im Jahr 1905 eine Breite von 21 m und eine Höhe von 3,20 m auf, ihm vorgelagert war nach einer 5 m breite Berme ein 12 m breiter und 2 m tiefer Graben. Auf der West- und der Nordseite bestand eine zusätzliche Sicherung durch jeweils drei Vorwälle mit Gräben. Die Wälle erhoben sich im Jahr 1906 noch 1,5 bis 2,5 m über die Grabensohlen. Die Ost- und Südseite war durch die sumpfige Niederung der Lune geschützt. Die einzige Lücke in der Befestigung befindet sich im Südwesten, dort ist der Eingang zu vermuten. In diesem Bereich könnte ein Abschnittswall im Vorgelände auf eine ehemalige Vorburg verweisen.
Die Anlage wird mit einer aus der historischen Überlieferung bekannten Burg des Erzstiftes Bremen identifiziert, die den Namen Castrum monsowe trug. Durch die nahegelegene Lune konnte die Wallanlage geflutet werden und bot so einen fast unüberwindbaren Schutz. Das Jahr der Erbauung ist unbekannt, eine Urkunde belegt jedoch, dass die Stedinger und Osterstader 1212 das Castrum monsowe zerstörten.
Infotafel an der Zufahrt:
"Die Wallanlage entstand vermutlich zum Schutz der einstigen Siedler. Im Frühmittelalter sollen die tiefen Gräben und Holzpalisaden die bäuerliche Siedlung vor Überfällen durch ungarische Reiterhorden geschützt haben... Was sich innerhalb des Ringwalls befand, lässt sich nur erahnen und könnte anhand einer Grabung erforscht werden... Nach der Zerstörung der Anlage entschied sich die regierende Familie "von Luneberg" gegen einen Wiederaufbau. Stattdessen wurde eine neue Burg in Altluneberg errichtet.
Mit seinem Projekt „Parzelle 115“ will der NABU Osterholz-Scharmbeck das Interesse und das Verständnis für mehr naturnahe Strukturen im eigenen Garten wecken. Neben dem unmittelbaren Natur- und Artenschutzaspekt soll dieses Projekt insbesondere auch zur Nachahmung anregen. Gartenbesitzer, die sich ebenfalls für eine naturnahe Gartengestaltung interessieren, sollen durch praktische Beispiele und Anregungen animiert und durch kompetente Beratung und Information an die Hand genommen werden. Grundsätzlich sollen Wege aufgezeigt werden, wie auch in noch so kleinen Gärten durch vergleichsweise geringe Maßnahmen ein Maximum an Biodiversität erreicht werden kann.
Hierzu wurde im Projektzeitraum 01.10.2017 – 30.06.2020 eine über viele Jahre verwahrloste Kleingartenparzelle komplett in einen struktur- und artenreichen Naturgarten umgestaltet. Die Parzelle war im Vorfeld völlig naturfern und vornehmlich mit exotischen Pflanzen und Sträuchern bepflanzt und bewirtschaftet, wurde zudem über einen längeren Zeitraum als Grünabfall- und Müllhalde missbraucht und war inzwischen völlig zugewuchert.
Durch die kreative Restrukturierung und Entwicklung von verschiedenen Kleinbiotopen und einer Vielzahl natürlicher Strukturen, einhergehend mit einer umfassenden floristischen Neugestaltung mit ausschließlich heimischen Pflanzenarten, konnte ein facettenreicher Lebensraum hergestellt werden, gerade auch für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten.
Mit dem Projekt „Parzelle 115“ will der NABU Osterholz-Scharmbeck den Fokus auf eine naturnahe Gestaltung und Bewirtschaftung von Gärten richten. Eine verlassene und verwahrloste Parzelle wurde von den Ehrenamtlichen so umgestaltet und hergerichtet, dass das Potential aufgezeigt wird, was ein Gartenbesitzer auch auf kleiner Fläche für den Natur- und Artenschutz leisten kann. Dies könnte auch konventionelle Gartenbesitzer und Parzellenbewirtschafter dazu animieren, etwas mehr Natur in ihrem Garten zuzulassen.
Unter anderem wurde die exotische Vegetation entfernt und der Fischteich in ein Libellenbiotop umgewandelt. Die Parzelle hat eine "offene Gartentür" und wird für Veranstaltungen vom NABU genutzt, die das Thema Garten und seine Bedeutung für die Natur und das Naturerlebnis aufzeigen.